Lass uns eine Challenge machen! Sei für einen Tag die beste Mama, der beste Papa, der beste Partner der Welt! Nur für diesen einen Tag. So schwer kann das doch nicht sein – es sind maximal 24 Stunden! Und dann kommt dieser eine Satz oder sogar nur ein Wort und Du wirst sauer. Kennst Du das? Warum ist das so?

Jede Handlung die um Dich herum geschieht, bewertest Du. Das geschieht automatisch und meist unterbewusst. In diesem Fall bewertest Du den Satz als Angriff. Oder damit, dass Du Dich nicht gut genug fühlst. Oder, dass Arbeit/Verantwortung an Dich abgegeben wird… oder, oder, oder. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Dabei muss „unsere Realität“ nicht der Wahrheit des Anderen entsprechen, denn unsere Wahrnehmung ist von vornherein beeinflusst!

Gesteuert wird das durch das sogenannte ARAS – das aufsteigende retikulare Aktivierungssystem. Das ist, vereinfacht, ein diffuses Nervengeflecht (zwischen dem oberen Ende des Rückenmarks und dem Cortex), das dazu dient für Dich irrelevante Themen auszublenden und nur die für Dich relevanten Themen wahrzunehmen. Das bedeutet, dass Deine bisherige Einstellung bzw. Sichtweise auf diese Art von Deinem Gehirn immer wieder bestätigt wird. Damit wird Dir „Deine Wahrheit“ herausgefiltert. Du nimmst Dinge in dem Licht Deines Filters wahr und wirst somit in Deiner ursprünglichen Vorahnung bestätigt.

Das bringt uns zu der Frage, ob sich Dein Gegenüber genauso verhält, wie es auf Dich wirkt. Oder sagt Dir das Dein Filter?

Bei der Beantwortung kommen drei Dinge zum Vorschein:

  1. Dein Filter projiziert Deine bisherigen Erfahrungen auf diese eine Situation und betrachtet und bewertet sie in diesem Licht. Hier ist Deine Vergangenheit entscheidend – nicht das Verhalten des Gegenübers!
  2. Die freie Interpretation einer losgelösten Handlung birgt die Gefahr, einer Fehleinschätzung. Erst wenn wir wissen, wie dieser Mensch in „Normalzustand“ (also ohne Stress und ohne Anpassung) handelt, können wir auch die eigentliche Situation beurteilen.
  3. Die Kombination aus Deinem Filter und der Interpretation einer Handlung, ohne dass Du weißt wieso Dein Gegenüber genauso gehandelt hat… nun ja… ich denke Du erkennst das Konfliktpotential.

Und genau deshalb stellen wir uns diese Frage immer und immer wieder aufs Neue: warum genau verhält sich der Andere wie er/sie es tun? Die Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel zum friedvollen Miteinander! Wenn Du verstehst, aus welchem Grund sich andere verhalten wie sie es tun, kannst Du Verständnis für Dein Gegenüber aufbringen. Durch Verständnis baut sich Kommunikation neu auf und es entsteht eine Harmonie auf einem neuen Level.

Mit dem Verständnis im Hintergrund, mache die Challenge nochmal. Einen Tag. Und vielleicht wiederholst Du die Tage zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. Wenn Du es geschafft hast, Glückwunsch! Wenn nicht, habe Verständnis mit Dir selber! Dann arbeitet Dein Filter offensichtlich noch in den alten Mustern. Und durch jeden Abbau eines noch so kleinen Musters kommen wir einer empathischen Welt ein Stückchen näher.

Hast Du einen Tag durchgehalten? Wie schwer war es für Dich? Teile gerne Deine Erfahrungen mit uns!

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