11/11 Auf Augenhöhe begegnen

 

Wow! So schnell sind 11 Teile vorbei und die Reihe „Beziehung verstehen“ ist am Ende. Du hast die Naturelle kennen gelernt, weißt über die Anpassungsfähigkeit Bescheid und kennst Inhalte der blauen, grünen und der ungewollt roten Anpassung. Dann stellt sich doch zum Schluss diese eine wichtige Frage: was hast Du davon, das alles zu wissen?

Nun, Menschen lernen am meisten durch incidentales Lernen. Also durch Nachahmung. Und das unbewusst. So lernst Du bereits im Kleinstkindalter von Deinen Eltern (und später von vielen anderen Menschen) wie eine Beziehung geführt werden kann. Und das Wort Beziehung umfasst dabei ganz bewusst das Zusammenspiel von zwei Personen sowie der Umgang mit sich selbst. Auch diese Erfahrung wirst Du in Dich aufnehmen und später davon Dinge genauso umsetzen. Auch dann, wenn Du zuvor vehement gedacht hast „so will ich nie werden!“.

Das alles passiert unbewusst. Es gib einen Spruch der lautet, dass sich Frauen oft Männer aussuchen, die genauso sind wie ihr Vater. Und das stimmt häufig. Liegt aber nicht daran, dass sie jemand wie den eigenen Vater unbedingt gesucht haben, sondern dass sie unterbewusst die Einstellungen, Handlungen und Verhaltensweise der eigenen Mutter übernommen haben.

Vielleicht kennst Du (von Dir oder anderen) die Situation, dass es Dir EIGENTLICH  gut geht. Du hast einen guten Job, Familie, Kollegen, eine Wohnung oder ein Haus… Und dennoch ist im Hintergrund ein Grundunzufriedenheitsgefühl. Kennst Du so etwas? Oft bekommst Du dann zu hören „Dir geht’s doch gut. Du darfst Dich nicht beschweren.“ Aber geht es Dir dabei WIRKLICH gut?

Oder nimm eine Situation in der Du mit Deiner besten Freundin unterwegs bist und sie Dir stolz erzählt, was sie neulich gemacht hat und wie sie dabei über sich hinaus gewachsen ist. In dieser Situation wirst Du nie auf die Idee kommen, ihr zu sagen, dass das alles gar nicht sooo toll war, was sie da gemacht hat, dass sie auch schon ganz viel falsch gemacht hat in ihrem Leben und dass sie sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren soll. Das spannende ist, dass Du aber genau das oft mit Dir selber machst. Du hast eine tolle Erfahrung und sofort kommen unterbewusst Gedanken, die im nächsten Moment alles wieder relativieren.

Ein anderes Beispiel sind Muster. Kennst Du Menschen, die Schwierigkeiten haben aus ihren Mustern raus zu kommen auch wenn es ihnen total logisch ist? Diese Menschen sind nicht doof! Sie sind einfach nur gefangen und haben wenig Chance alleine raus zu kommen. Denn das Gehirn bestätigt immer genau das, was es ohnehin schon denkt. Wenn Du eine Bestätigung für Deine Muster brauchst, wirst Du auch eine finden. Garantiert. Aber ist es das, was Du wirklich willst?

An diesen Beispielen siehst Du, wo Themen liegen können. Bei jedem Menschen sind es unterschiedliche Themen. Aber meistens bleibt es nicht bei einem einzigen. Ich habe mich schon immer gefragt, wieso Menschen Dinge tun. Und wieso andere Menschen die gleichen Dinge anders machen. Und wieso Menschen Dinge machen, die sie nicht tun wollen. Weil ich Strukturen liebe, habe ich versucht Dinge (Geschenke, Komplimente…) die bei einem Menschen gut angekommen sind, entweder zu wiederholen oder die gleichen Dinge bei anderen zu versuchen und habe dabei festgestellt, dass Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren.

Und da es für fast alles auf der Welt irgendeine Erklärung gibt, wollte ich mich nicht damit abfinden, dass das alles Zufall ist. Fokus führt zu Energie – irgendwann bin ich drauf gestoßen. Und es ist genial. Du musst Menschen nicht einfach hinnehmen. Denn plötzlich macht alles Sinn! Jede Handlung. Einfach alles. Und von da an, kannst Du an Deiner Beziehung arbeiten. An Deiner Beziehung zu Anderen und an Deiner Beziehung zu Dir.

Stell Dir eine Welt vor, in der Menschen nicht wegen ihrer Handlungen verurteilt werden, nur weil wir glauben zu wissen, was sie sich dabei gedacht haben. Stell Dir vor, wir könnten alle in unsere Mitte – in unser Naturell – finden. Menschen wären glücklich. Stell Dir vor Du könntest Deinen Partner verstehen ohne dass er oder sie viel erklären muss. Und stell Dir vor, Du verstehst wieso Du Dinge tust. Wieso Du bist wie Du bist.

Begib Dich in eine Welt, in der Du Dich wohlfühlst. In Deinem Naturell ohne Anpassung. Eine Welt in der Du glücklich bist. Weil Du bist wie Du bist. Und zugleich mit anderen Menschen, die ebenfalls in ihrem Naturell ohne Anpassung sind. Und ihr alle begegnet Euch auf Augenhöhe. Respektvoll. Würdevoll. Einzigartig. Und zugleich alle – gemeinsam!